La Palma (2010)

Pflanze am Meer La Palma – Vollständiger Name: San Miguel de la Palma

Insel des ewigen Frühlings, Isla bonita, die schönste Insel, die vielfältigste Insel, die steilste Insel Bereits im November 2009 buchten wir eine Ferienwohnung samt Flug. Vorweg hatten wir eine Familienabfrage gestartet, um herauszufinden, wo man denn gern den Sommer genießen möchte. Die Anforderungen waren vielfältig: warm, aber nicht heiß, immer gutes Wetter, Pool, Meer, vielfältige Landschaft, nicht in einer großen Anlage wohnen, ausspannen, erholen und lesen können … . Damit schieden etliche Landstriche auf der Welt aus.

Erst suchten wir per Internet, wurden dann aber doch im Reisebüro schnell fündig: La Palma, Appartement Rosan in Los Llanos, 2 Wochen (Reisezeit 08.08.2010 bis 17.08.2010) inkl. Flug und Mietwagen.

Perfekt für uns: kleine Anlage mit Garten und Pool, tolle Lage und mit dem Auto ist man ja ohnehin mobil. Von einer Reise vor 16 Jahren wussten wir, dass die Straßen sehr gut ausgebaut waren und die Einheimischen eher vorsichtig, rücksichtsvoll und langsam fahren.

Nach der Anreise nach Frankfurt (ca. 3 h Fahrt) parkten wir unser Auto im Parkhaus “Platzhirsch” in Kelsterbach. Mit einem Shuttle-Bus fuhren wir noch ein paar Minuten bis zum Flughafen. Achtung: Wanderschuhe reizen die Metalldedektoren bei der Sicherheitskontrolle. Alle außer Betina wurden abgegriffen und durften sich einer separaten elektronischen Abtastung unterziehen. Dabei wurden die Schuhe von allen Seiten beäugt. Gegen 11.30 hob unser Condor Ferien-Flieger mit geringer Verspätung ab.

Nach knapp 4 Stunden hatten wir einen Zwischenstopp in Arecife (Lanzarote). Nach einer endlosen Stunde flogen wir endlich weiter. Nach der Landung auf La Palma holten wir unser Auto, packten das Gepäck hinein und fuhren los. Auf einer gut ausgebauten kurvenreichen Straße schlängelten wir uns in die Berge und kamen in dichten Nebel. Auf der a nderen Seite der Insel, die wir durch einen Tunnel erreichten schien dagegen die Sonne. Typische Wetterlage: Der Osten trüb und nebelig und im Westen sonnig. Das bedeutet: das ganze Jahr 25-28°C, leicht Briese, im Westen Sonne und nachts sternenklar. Manchmal schwappen die Wolken auch über die Wetterscheide.

Unser Appartement erreichten wir, dank der guten Anreisebeschreibung sofort. Glücklicherweise war auch gleich Francisco da, der uns das Nötigste auf Spanisch erklärte. Die Wohnung oben im Haus gelegen, ist einfach aber zweckmäßig eingerichtet und sauber.

Schön ist der überdachte Balkon mit Blick auf den liebevoll gestalteten kleinen Garten im Innenhof mit kleinem Pool. Der Pool ist nicht gechlort, wurde jedoch täglich von Francisco gekümmert und war anstandslos sauber.

GeckoDie Wohnung beherbergt außer uns weitere Hausgäste: Abends fanden wir in der Küche zwei freundliche Geckos. Sie saßen an der Wand und in der Gardine, vermutlich um Mücken zu fangen. Nach und nach kamen auch noch welche hinter einem Spiegel hervor und auch hinter den Fliesen im Badezimmer wohnten Geckos. In Lisas Bett schliefen eines Tags kleine Eidechsen, die draußen tausende Verwandte hatten. Auf dem Flachdach und am Fenster konnten wir regelmäßig Stabheuschrecken beobachten. Besonders zutraulich waren die Eidechsen. Eine Art, die nur auf La Palma vorkommt, leckte gern auch mal Jans Hände. Wahrscheinlich fanden sie, dass die lecker salzig schmeckten. Nicht gesehen haben wir den gefährlichen Hundertfüßler. Man sollte nach einen Kontakt, der schmerzhaft und für Kinder gefährlich sein soll, auf jeden Fall zum Arzt. Weiterhin erwähnenswert: Es gab nur wenige Mücken und Kakerlaken (nur große und nicht in der Wohnung !).

Gegessen haben wir meist draußen. Abends meist mit einem Glas Wein aus La Palma. Spanische und La Palma-Spezialitäten, die auch bei uns sehr beliebt waren, sind Manchego (harter oder mittelharter Schafskäse), Serrano (luftgetrockneter Schinken), Mocho rocho (rote Sauce aus Chillischoten), leckere palmerische Bananen und Papas arrugadas (salzige, in Meerwasser gekochte, Schrumpelkartoffeln). Selbstverständlich hat die Küche auf La Palma noch etliches mehr zu bieten.

Es wäre müßig die Aus flüge chronologisch zu sortieren, daher gehen wir geographisch vor: Süden, Nordwesten, Nordosten, Zentrum, Bade- und Strandtage, Bananenplantagen, Essen und Trinken gehen, Los Llanos de Aridane und Santa Cruz.

Vulkan La Palma – Vollständiger Name: San Miguel de la Palma
La Palma ist die vulkanisch aktivste der Kanarischen Inseln. In den letzten 500 Jahren fanden hier die meisten Vulkanausbrüche statt. Allerdings sind die Vulkanausbrüche auf den Kanaren selten explosiv und es gab bislang bei den überlieferten Vulkanausbrüchen keine Todesopfer zu beklagen. Die vulkanischen Aktivitäten der letzten Jahrhunderte fanden im Bereich der Vulkane der Cumbre Vieja statt. Dies ist eine Vulkankette mit etlichen Kratern, die sich (von der Inselmitte) in Nord-Süd Richtung erstreckt und unterseeisch weiter reicht.

Süden: Der Süden von La Palma ist eher trocken, sonnig, vulkanig. Waldbrände haben hier im letzten Jahr die lichten Wälder großflächig in Mitleidenschaft gezogen. Die auf La Plama vorkommenden Pinien vertragen glücklicherweise Feuer und treiben wieder aus.

StrasseUnsere Fahrt führte uns über die gut ausgebaute Landstraße, die zwischen 700 und 500 m über NN am Hang entlangführt. Dass die Insel „lebt“ kon nten wir unmittelbar auf der Stra ße erleben. Diese war zwischen El Paso und Fuencaliente zum Teil sehr stark beschädigt. Hier und da war die Straße auf der gesamten Breite förmlich abgebrochen oder abgerutscht. Die Verkehrsführung war dort streckenweise nur einspurig und zu bestimmten Zeiten möglich. Auf dem Weg kann man immer wieder die jüngeren vulka nischen Hinterlassenschaften bewundern: Schwarze Lava– und Aschefelder, mehr oder weniger grün bewachsen. Allein im 20 Jahrhundert gab es vier Vulkanausbrüche; drei allein im Jahr 1949 und der jüngste Ausbruch 1971 durch den Vulkan Teneguia. Drei Wochen spuckte er. Der Lavastrom erreichte auch das Meer. Das Lavafeld wurde bereits zu fruchtbaren Bananenplantagen umgewandelt. Zum Vulkan gelangt man über eine Asphalt- und Schotterpiste, die südlich von Fuencaliente abzweigt. Dort gibt es einen Parkplatz, direkt am Vulkankegel.

Vulkan

Vulkan

Ein kleiner Spaziergang auf gut ausgebautem Weg führt steil zum Kraterrand. An einigen Stellen soll man hier noch die Hitze der Lava des letzten Ausbruches spüren können. Landschaft lich kommt man sich in dem zerklüfteten steilen Gelände recht klein und unsc heinbar vor. Man kann hier förmlich mit etwas Fantasie die Urgewalten der Erdentstehung nachempfinden.

Am Vulkan San Antonio, ebenfalls in der Nähe von Fuencaliente, gibt es ein Besucherzentrum und einen breit ausgebauten Weg, der zum Kraterrand führt und noch ein wenig an diesem entlang. “Früher” (1994) wanderten wir einen schmalen Grat entlang und ein Besucherzentrum gab es auch nicht. Vom Kraterrand des Vulkans hat man eine weite Aussicht auf die Südküste von La Palma. Im kleinen Besucherzentrum gibt es Informationen zu geologischen Details und einen kurzen Film in eher schlechter Qualität (Bild und Inhalt – aber auch in deutscher Sprache) über den St. Anton.

Der Ort Fuencaliente bedeutet heiße Quelle. San Antonio hat bei seinem letzten Ausbruch 1677/1678 eine heiße und heilige Quelle der Stadt verschüttet. Später benannte man den Ort Fuencaliente in Los Canarios um.

LeuchtturmUm das südliche Ende der Insel zu erreichen fährt man an Bananenplantagen entlang. Dort gibt es zwei Leuchttürme: einen alten und einen neuen. Der „neue“ Leuchtturm tut seinen Dienst zur Sicherheit des Schiffverkehrs. Der alte Leuchtturm „El Faro“ beherbergt eine nette Miniausstellung mit sehr schönem Film, der das angrenzende und fast bis Puerto Naos reichende Meeresnaturschutzgebiet der UNESCO aus Sicht der Tierschützer näher bringt. Vor der Südwest-Küste La Palmas ist, nachdem das Gebiet fast leergefischt war,heute nur kontrollierte Fischerei in stark reglementiertem Ausmaß zulässig ist.

SalineIm Süden gibt es bei El Faro eine Saline. In der Saline riecht man das Meeressalz sehr stark. Durch weiße Salzhügel und Solebecken läuft man zur Lagerhalle und kann auch abgepacktes grobes und auch feines Salinensalz (1 Kg 50 ct) kaufen. Im Supermarkt gibt es das Salz ebenfalls, und zwar leicht günstiger; dafür ohne Infobroschüre.

Der Norden der Insel ist im Nord-Osten eher üppig grün und feucht und im Nord-Westen deutlich grüner als der südliche Inselteil.

Nord-We sten: Im Nordwesten wachsen die berühmten Drachenbäume. Bei uns sind Drachenbäume eher als Zimmerpflanzen bekannt. Die Dracaenas stammen ursprünglich aus den Tropen und Subtropen und von den kanarischen Inseln. Es sind keine echten Bäume, sondern Agavengewächse. Drachenbäume können bis zu 30 m hoch werden und ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen. Altersbestimmungen sind nicht einfach, da Drachenbäume keine Jahresringe besitzen.

Steinrizzung bei ZarzaArchäologischer Park von La Zarza und La Zarcita: Im grünen Dickicht des Lorbeerwaldes zwischen Puntagorda und Barlovento, versteckt sich in einer Talschlucht eine der bedeutendsten kanarischen Fundstätten von Höhlengravuren. Die feuchten Höhlen von La Zarza und La Zarcita hüten einen Schatz, der von den präh-spanischen Ureinwohnern, den Guanchen – ein Hirtenvolk, meisterlich in den Fels graviert wurde. Die spiral-, schlingen- und kreisförmige Formen sind schwach erkennbar. Die Bedeutung ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise hatten die Felszeichnungen religiöse Bedeutung.
Im archäologischen Park gibt es ein Besucherzentrum, welches mit Hilfe einer kleinen Ausstellung über die Guanchen informiert. Das Hirtenvolk ist durch die spanischen Conquistadoren ausgerottet worden; seine Geschichte ist leider noch nicht vollständg aufgeklärt.

Ganz im Nordwesten liegt die Gemeinde Garafía. Die Küstenlandschaft um das Dorf herum besteht aus Klippen, Feldwänden und Steiküsten. Kaum eine Bucht mit Strand findet man in der rauen Landschaft.

Puerto de GarafiaDer Hauptort Santo Domingo de Garafía liegt etwa 350 Meter über dem Meeresspiegel. Dort gibt es steile Gassen mit traditionellen Häusern und einer typischen Plaza im Ortskern. Ganz in der Nähe führt eine Straße in Richtung Küste zum sogenannten Puerto de Garafia, ein Naturhafen mit kleiner Badebucht, mit vorgelagerten Felsinseln. Die schmale asphaltierte Straße ((“carretera peligrosa” – gefährliche Straße) führt in engen Kehren ein gutes Stück die Steilküste hinab; Begegnungsverkehr ist dort kaum vorgesehen und Ausweichmöglichkeiten sind nur für mutige Autofahrer auffindbar. Die Anderen sollten gut rückwärts fahren können. Danach geht es noch ca. 15 Minuten zu Fuß weiter einen steinigen schmalen Pfad bergab. Im Fels gibt es bewohnte Höhlen, in denen anscheinend Aussteiger wohnen. Begrüßt wird man mit lauter Latino-Pop-World-Music. Der Lohn ist eine bizarre Küstenlandschaft.

Bucht

Auf dem Weg in den Nordwesten gibt es den Mirador El Timo. Von dort hat man einen tollen Blick nach Los Llanos de Aridane. Auch unsere Ferienwohnung kann man vom Mirador aus sehen. Sie hängt am Rande der Caldera. Ordentlich steil kann man ca. 700 m tiefer das Meer bewundern.
Der Nord-Osten ist so richtig grün. Direkt im Einfluss des feuchten Nordost-Passats ist die sehr gebirgige und bewaldete Ecke auf La Palma reich an Wasserreserven. Verschie denste Plant agen in Terrassenwirtschaft sind in die bergige Landschaft eingelassen.

Ein Ausflug führte uns in Richtung Los Sauces. Dort gibt es ein Biosphärenreservat der UNESCO: Los Tilos. Hier leben Pflanzen, die im restlichen Europa zum Teil bereits vor Jahrmillionen ausgestorben sind. Günstige klimatische Bedingungen sicheren den lebenden Fossilien ein Überleben auf der grünen Insel. Es handelt sich um einen besonders üppigen Lorbeerwald, einen Nebelwald. Das Zentrum bildet der Barranco del Agua, ein tiefes Flußbett, das einst von gewaltigen Wassermassen geschaffen wurde. Das Flussbett würde in den Alpen Klamm genannt; so eng ist es dort. Um diese Schlucht finden sich urwaldhaft anmutende Pflanzen: Ranken, Schlingpflanzen, riesige Farne und hohe Bäume. Trotz hellstem Sonnenschein, ist es am Grunde der Schlucht recht dunkel. Kein Wunder, wenn die Felswände fast senkrecht abfallen und auch noch üppige Vegetation (große Farne, Hängepflanzen (“Lianen”) das Licht nehmen. Ein grandioser Ausflug. Man hüpft auf dicken Steinen im Flussbett immer tiefer in den „Dschungel“. Aufpassen sollte man, da es in der Schlucht immer wieder zu Steinschlag kommt. Auch wir haben dort einen Ministeinschlag erlebt. In Los Tilos regnet es nicht öfter als in anderen Teilen das Insel. Die Vegetation kämmt die feinen Wassertröpfchen aus dem Nebel, richtiger den tiefhängenden Passat-Wolken.

Auch in Los Tilos gibt es ein Info-Zentrum. Hier erfährt man einige Dinge zum Nebelwald; jedoch alles auf Spanisch.
Zentrum: Die Caldera und die Cumbre

Caldera de Taburiente: Ein Muß für La Palma Besucher ist das Caldera-Informationszentrum bei El Paso. Von dort aus kann man eine Genehmigung erhalten, bis zum Parkplatz La Cumbrecita zu fahren. Hierzu trägt man sich mit Namen und Autonummer in eine Liste ein und erhält eine Nummer. Unsere Nummer 12 wurde nach knapp einer halben Stunde aufgerufen. Also, zurück ins Büro, in der Liste austragen und hochfahren. Das ganze Procedere dient dazu, die Besucherzahl klein und überschaubar zu halten, da nur ein begrenztes Parkplatzangebot zur Verfügung steht. Oben wacht auch ein Angestellter des Nationalparks. Besonders schaut er nach Feuer. Die Waldbrandgefahr ist, insbesondere bei trocken, heißen Wetterlagen im Sommer, extrem hoch Wir wanderten über den Mirador de Los Roques zum Mirador Lomo de las Chozas. Eine sehr schöne kurze W anderung in ca. 1.300 m Höhe durch den Wald mit kanarischen Pinien. Zu deren Eigenschaften gehört es auch, Waldbrände mit Hilfe der dicken Rinde zu überstehen. So sahen wir viele Bäume mit teilweise verkohlter Rinde. Die Besonderheit der palmerischen Pinien: Sie erholen sich innerhalb weniger Jahre (ca. 5) wieder von ihren Brand-Verletzungen. Bei hohen Bränden (Flammen bis in Krone) entstehen eher Bäume, die wie Streichhölzer mit vielen Minikronen aussehen. Ansonsten konnten wir die wunderschöne Aussicht auf die gegenüberliegende Calderaseite mit ihren Gipfeln und bis zum Calderaboden genießen.

Bei der Caldera de Taburiente handelt es sich um einen ehemaligen Vulkan. Glaubte man früher, die Caldera sei bei einem Ausbruch weggesprengt worden (wie beim Vesuv), so weiß man heute, dass es sich um eine Erosions-Caldera handelt. Regen hat das Gesteinsmaterial ausgewaschen, Steinschlag und Hangrutschungen haben mitgewirkt. Das bröselige Vulkangestein ist teilweise abgebrochen, eingestürzt und vom Regen ausgespült worden. Direkt neben unserer Ferienwohnung hat der Fluss sich mehrere 100 Meter in den umliegenden Fels eingeschnitten!.

Der gesamte “Kessel” von Taburiente ist zum Nationalpark erklärt.

Ganz in der Nähe unserer Wohnung führt eine schmale Straße bis zum Boden der Caldera. Mit dem Auto kann man in den Barranco de las Angustias fahren, dort parken und zu unterschiedlichen Wanderungen aufbrechen. Wir haben uns für den Weg am und im Flussbett entschieden. Der Weg verläuft teils auf schmalem aber gut ausgebauten und begehbaren Weg, teils durch das Flußbett, dass nur wenig Wasser führte. Eine sehr schöne Wanderung, die immer wieder zum Verweilen einlud. An einigen Stellen gibt es dort richtige wassergefüllte Becken (Auskolkungen), in denen man Baden kann. Offensichtlich sind die Badebecken beliebte Ziele für die örtlichen Jugendlichen. Wir verbrachten einige Stunden in der Schlucht; der Weg war unser Ziel. Wir hüpften und kletterten über Felsen, fingen Frösche in ruhigen Wasserbecken, genossen die grandiose Landschaft, beobachteten Salamander und ließen die Füße im kühlen Nass baumeln. Schön muss es hier auch im Winter oder Frühjahr sein, wenn die teils steil eingeschnittenen Seitenbäche Wasser führen.

Das Mikroklima im Kessel und der Wasserreichtum begünstigen eine einzigartige Flora mit vielen endemischen Pflanzen.

Die Caldera kann man auch von ganz oben genießen. Mit dem Auto fährt man auf einer serpentinenreichen gut ausgebauten Straße, von Sta. Cruz aus in ca. 1,5 Stunden, bis in knapp 2500 m, dem Roque de los Muchachos (2426 m). Alte Vulkanschlote, die der Erosion von Wind und Wasser standgehalten haben sind die höchsten Erhebungen. Hier oben gibt es extrem klare und reine Luft und kaum Lichtverschmutzung. Deshalb gibt es hier verschiedene Observatorien, die der wissenschaftlichen Erforschung des Weltalls dienen. Hier kommt das bislang (Stand: Juli 2009) weltweit größte Spiegelteleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 10,4 m zum Einsatz. Bei Pausen, die wir i mmer wieder einlegten, sahen wir bei guter Sicht die Nachbarinseln Teneriffa mit dem Teide, La Gomera und El Hierro. Durch das Hochgebirgsklima ist diese Strecke stark durch Steinschlag gefährdet, welcher hauptsächlich durch schmelzendes Eis im Frühjahr entsteht. Auch in diesem Sommer fanden wir viele größere und kleinere Steine, auf der Straße. Auf den letzten 200 Höhenmetern nahm im Angesicht der Observatorien der Wind stark zu und stürmische Böen fegten über die Straße. Häufig wurden Staubwolken aufgewirbelt und bei den Stopps wurde uns beim Aussteigen Sandkörner in die Augen geblasen.

Cumbre: Die Cumbre Vieja ist eine bis zu 2000 Meter hohe langestreckte Vulkankette, die sich von der Caldera bis zur Südspitze der Insel erstreckt . Auch hier sind wieder Teile zum Naturpark deklariert. Ein Ausflug führte uns in Richtung El Pilar. Überall begleitete uns schwarzer Lavakies, teils mit zartem Grün.

Der Gebirgszug der Cumbre vieja ist wichtig für das Klima auf La Palma. Er teilt zusammen mit der Caldera die Insel in eine feuchtere Ost- und eine trockenere Westhälfte. Der vorherrschende Nordostpassat treibt Luftmassen gegen die Berghänge. Die Luft steigt auf und bildet Wolken, deren Obergrenze im Sommer höher, im Winter tiefer liegt. Diese Wolken spenden genügend Feuchtigkeit, um an den Abhängen ausgedehnte Laub- und Pinienwälder gedeihen zu lassen.

Die Feuchtigkeit reicht jedoch nicht aus Waldbrände zu verhindern. Erst 2009 gab es hier große Waldbrände. Die Pinien hatten sich jedoch teilweise schon wieder regeneriert.

Bananen – Platanos: Entlang der Küste, besonders im südlichen und westlichen Inselteil, gibt es auf weiten Strecken Bananenplantagen. Die Aschehänge sind äußerst fruchtbar und das Klima lässt perfekt die kanarischen Bananen reifen. Gegen den Wind packt man die Plantagen in Kunststofffolien ein. Traditionell wurden die Bananenpla ntagen mit durchlöcherten Steinen „eingezäunt“. Beides soll den Ertrag steigern helfen: Das Mikroklima ist im Inneren der Plantage wärmer und windstiller. Auch die Verdunstung ist nicht ganz so hoc h, sodass man weniger kostbares Wasser einsetzen muss. Zwischen den vielen Bananenplantagen gibt es in Tazacorte auch ein Bananenmuseum. Dort kann man spanisch/ englisch „alles“ über Bananen erfahren: Vom Anbau über Nährstoffe, Schadstoffe bis zum Vertrieb. Das Haus selbst ist in traditionellem (fast südamerikanischem) Stiel erbaut und liebevoll mit Utensilien rund um die Banane bestückt. In der angrenzenden Pflanzung kann man die Bananen erkunden und anschauen.

Bade- und Strandtage: Auf der Insel La Palma gibt es nur wenige Strände. Die Küste ist eher steinig und schroff statt feinsandig und flach. Einige kleinere Strände gibt es in den Buchten. Allesamt mit schwarzem Lavasand. Dieser ist super heiß und nur mit Schuhen zu betreten. Die Küste fällt steil ab und ist für kleinere Kinder ungeeignet. Das Meer lädt nicht zum planschen ein sondern zeigt sich wellig und auch mal ruppig. Passt man nicht auf, so kann man sich in der Brandung auch schon mal, durch springende Steine verletzen, wie es Michael passierte.

Leider waren die Strände im Süden der Insel gesperrt: die kleinen Buchten waren Steinschlag gefährdet. Ausprobiert haben wir die Strände von Puerto Naos (Westen), las Cancachos (Osten, Nähe Flughafen) und Playa verde (Nähe Puerto Naos). Am Besten gefallen hat uns der Strand Playa verde. Zwar ist der Strand meist unbewacht, aber wir sind in Puerto Naos vorbeigefahren und haben nach der Fahne geschaut. Die gesamte Zeit über war diese gelb. Grund waren stärke Wellen und kleine, aber eher harmlose Quallen. Bei Sichtung von portugiesischen Galeeren, würden die Strände sofort gesperrt. Diese leben weit von der Küste entfernt, gelangen jedoch bei bestimmten Strömungen immer mal an die Küste.

Durch das eingeschränkte Fischen und die Felsenküste, kann man beim Schnorcheln viele Fische beobachten.

Gut, dass wir einen eigenen Pool hatten. Der war zwar recht klein (ca. 5 mal 12 m) aber ideal zum abkühlen, planschen und im Wasser spielen, reicht er allemal, zumal wir dort meist unter uns waren.

Trinken und Essen gehen: Wenngleich wir eine Ferienwohnung gemietet hatten und gern kochen, so sind wir hier und da auch mal Essen gegangen.

Direkt an unserer Straße gelegen und nur wenige Meter von unserer Ferienwohnung entfernt gab es ein Restaurant mit dem vielversprechenden Namen: Balcon deTaburiente. Tatsächlich, vom Balkon aus, schaute man ungehindert mehrere 100 Meter in die Tiefe. Das Essen und auch die Preise waren OK.

Im Zentrum von Los Llanos gibt es mehrere Möglichkeiten. Zwei haben wir ausprobiert.: Gleich an der Plaza, unter den riesigen Lorbeerbäumen kann man zwischen Kirche und Restaurant nett draußen sitzen. Neben Pizza, nicht empfehlenswert, gibt es auch Fisch und Fleisch. Das Lamm sowie auch das Schnitzel waren echt lecker.

Das kleine Restaurant, Tasca La Fuente, in der Innenstadt von Los Llanos wird von Deutschen geführt. Hier gibt es schmackhafte Tapas und leckere Hauptgerichte. Man sitzt gemütlich. Bei uns dauerte es allerdings sehr lange, bis das Essen auf dem Tisch stand. Die Preise waren jedoch akzeptabel.

Am Rande des Zentrums nahe am Zentralparkplatz in einem baumbestandenen Garten haben wir palmerisches Fastfood genossen. Das Essen ist sehr günstig, allerdings auch etwas gewöhnungsbedürftig: Maisfladen waren lecker, Mais-Crepes allerdings sehr mächtig und fettig. Die Pommes schmeckten aber Super.

Des öfteren waren wir Kaffeetrinken. Hier und da und dort. Gemeinsamkeiten aller Kaffees: Sie waren allesamt OK: guter Kaffee und günstige Preise.

Los Llanos de Aridane: In einem sanften flachen Inselabschnitt auf ca. 325 m üNN ist die ca. 20.000 Einwohner große Stadt gelegen. Los Llanos gilt als die heimliche Hauptstadt der Insel. Das Klima ist angenehm, es gibt mehr Geschäfte. Rundum, Los Llanos scheint lieblicher zu sein als Sta. Cruz. Im historischen Zentrum von Los Llanos gibt es eine sehr schöne Fußgängerzone. Dort sind viele traditionellen kanarischen Häuser liebevoll restauriert und stehen unter Denkmalschutz. An der Plaza de España mit der dreischiffigen Pfarrkirche Nuestra Señora de Los Remedios aus dem 17. Jahrhundert und dem Rathaus (Ayuntamiento) kann man unter riesigen Lorbeerbäumen verweilen und Kaffee trinken.

Im Mai 2007 wurde das Archäologische Inselmuseum in Los Llanos eröffnet. Das Museum ist mit einer gut funktionierenden Klimaanlage ausgestattet. Wir waren dort während der Calima: Drei Nächte und zwei Tage gab es eine spezielle Wetterlage. Heißer böiger, afrikanischer Wind, der mit Staubpartikeln aus der Sahara beladen ist, der einem das Gefühl vermittelt, als würde ein riesiger Föhn warme Luft ( +/- 40 C) blasen, ärgerte uns ein wenig. Im Museum konnte man es jedoch super gut aushalten. Es werden einige archäologische Funde präsentiert und es gibt hier eine Übersicht über die kulturelle wie über die geologische (Vulkanismus) Entwicklung.
Ein weiteres Highlight ist der Botanische Stadtpark. Er wurde unter der künstlerischen Leitung von dem bekannten Künstler Louis Morera angelegt. Dieser wiederum hat stark bei Gaudi „abgeguckt“. Der Park erinnerte uns an den Park Güell in Barcelona. Dennoch ist auch der kleine botanische Stadtpark einen Besuch wert.

Immer wieder Sonntags gibt es einen Flohmarkt. In Agual, einem Ortsteil von Los Llanos bieten überwiegend Deutsche ihre Waren an. Oft gib es alte (häufig esoterisch angehauchte)

Bücher letzten 10 – 30 Jahre. Daneben reihen sich etliche Schmuckstände aneinander. Hier werden Armbänder und Ketten mit schwarzen Tuffsteinen, roten Korallen, Olivin oder Kunststoffperlen, aber auch aus Leder und Stoff angeboten. Uns erschien es nicht unbedingt verlockend, als “Aussteiger” Sonntags auf diesem Flohmarkt zu stehen. Es sind sehr viele Deutsche auf La Palma gelandet. Darauf deuten auch auch viele Geschäfte in der Innenstadt, die in deutscher Hand sind, hin. Ob es sich bei der Menge der Läden mit den Einkünften gut leben lässt, schien uns fraglich. Direkt neben dem Flohmarkt führt ein Glaskünstler sein Handwerk vor. Er verkauft diverse bunte Glasartikel, teils in Verbindung mit eingeschmolzenen Lavapartikeln. Ganz nette Idee, aber für unseren Geschmack etwas zu bunt.

Sta. Cruz: Die Hauptstadt der Insel. Die Innenstadt im Kolonialstiel ist nett. Besonders interessant sind die Balkone, die aussehen, als ob sie an die Häuser „geklatscht“ worden sind. Auch die weißen Kirchen, die man überall auf der Insel findet, sind besonders. Sie sehen eher wie die in Südamerika aus, etwas verwegen, der Glockenturm von der eigentlichen Kirche abgetrennt. Manche Glocken klingen eher wie im Film „Spiel mir das Lied vom Tod“. Hier in Sta. Cruz ist, gleich neben der ältlichen Plaza ein Nachbau der Santa Maria samt Museum zu sehen. Kurios dabei ist: Weder das Schiff, die Santa Maria, noch Cristobal Colon (Kolumbus) waren jemals hier oder auf La Palma. Irgendwie hat man das wohl mal geglaubt und den Segler als Nachbau neben die Plaza gestellt. Früher, bei unserem ersten Besuch 1994 noch in Holz, heute gestrichener Beton mit Museum.

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