Norwegen zum Ersten (Sommer 2006)

Insel im Oslo-Fjord

Nach unserem Sommerurlaub 2005, den wir schwitzend in Istrien und wandernd in den Alpen verbracht hatten, haben wir recht schnell überlegt, was man denn so im kommenden Sommer alles machen könnte.
Skandinavien fanden wir schon immer reizvoll, aber teuer. Mit dem Auto über Dänemark anreisen recht langwierig und überhaupt Skandinavien mit zwei Kids – langweilig.

Das Ferienhaus von der Fjordseite

Im Herbst trafen wir eine befreundete Familie, die ähnliche Gedanken hatte. In Ferienhausprospekten haben wir, jetzt zu acht, nachgeschaut, gegrübelt, gerechnet und gebucht.
Norwegen, so wissen wir seit dem, muss man in den Herbstferien buchen. Die Kollegen, wundern sich und vielleicht ärgern sie sich etwas, weil man schon im Herbst Urlaub für den kommenden Sommer buchen möchte und entsprechend beantragen muss. Aber für Skandinavien muss man schnell sein. Supersparpreis heißt das Zauberwort. Kiel – Oslo mit der Fähre, eine bequeme Möglichkeit nach Norwegen zu kommen ist , normalerweise fast unerschwinglich, jedoch als Superfrühbucher akzeptabel. Und Ferienhäuser für acht Personen muss man auch früh buchen.

Fjord

Gesagt getan, im Oktober 2005 hatten wir ein Haus, die Buchung für die Fähre und noch viel Zeit. Die Fähre fährt täglich von Kiel nach Oslo und braucht so um die 20 Stunden. Wenn man, so wie wir ein Haus am Sognefjord bucht, mit weiteren acht Stunden Fahrtzeit, muss man für den Rückweg mindestens eine Übernachtung einplanen.Die Fähre legt um 14.00 Uhr ab, das heißt, man müsste bereits sehr früh morgens los, kommt dann gestresst in Oslo an und der Erholungswert des Urlaubs ist futsch. Also haben wir einfach die Fähre zwei Tage später gebucht und mussten uns noch etwas ausdenken. Im Mai 2006 haben wir dann 2 vier Personen-Zimmer in der Jugendherberge in Oslo gebucht – alles andere war unbezahlbar.

Im Juni 2006 ging es endlich los. Nein, nicht sofort, in den Urlaub: Zuerst in den Supermarkt. Wir wollten reichlich Lebensmittel mitnehmen und dass musste irgendwie ja organisiert werden. Du die Nudeln, ich den Reis und so weiter. Irgendwie dachten wir, dass es in Norwegen super teuer ist und dass man auch nicht so recht einkaufen kann. Die Autos waren also prall gefüllt mit allerhand Trockenfutter und Dosen.

See im Fjell

Münster – Kiel, ins Schiff und Urlaub haben. Am Freitag, morgens um 5.30 Uhr ging es los, damit wir vor dem gedachten großen Stau („Bettenwechsel“ an der Nordsee) in Kiel ankommen konnten. Die Fahrt war problemlos, sodass wir bereits um 10.30 Uhr in Kiel waren. Sozusagen die Ersten. Nach dem Tanken parkten wir am Kai und kauften Proviant in der Stadt. Die City von Kiel liegt recht nah am Anleger und so sind wir in ein paar Minuten zu Fuß dort gewesen. Haben uns die Zeit mit gucken, rumlaufen, shoppen, Kaffeetrinken und noch mal gucken und so weiter vertrieben. Auch an der Ostsee sind wir spazieren gegangen.

Brücke

Endlich konnten wir einchecken. Im Bauch des Schiffes hatten wir unsere Kabinen. 4 Personen-Innenkabine. Doppelstockbetten, Minikühlschrank, Spielgel, Fernseher, Hocker und Badezimmer, also voll ausreichend. Bereits vor dem Ablegen waren wir an Deck. Unsere Fähre, Prinsesse Ragnhild1, war ein schon etwas in die Jahre gekommenes Fähr-/Kreuzfahrtschiff. Es hatte alles, was man so brauche: eine Einkaufspassage, Kneipen, Restaurants, einen Supermarkt, einen Fitnessbereich mit Pool und Massage, Kinderkino, Konferenzräume, Imbissbude und Decks mit Bänken und Liegestühlen. Leider hatte Ragnhild eines nicht, nämlich alle vier Motoren zur Verfügung. Es lief nur mit drei Motoren und war damit auch etwas langsamer. Nicht viel, aber pro Tour ein/zwei Stunden. In der Saison kann eine Reederei auf ein Schiff im Fährbetrieb auf keinen Fall verzichten. Sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten müssen im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Also mal einen Motor weniger, mal Sperrung eines Decks wegen Streicharbeiten – aber das war uns egal. Aufzüge sorgten für ein erholsames rauf und runter. Unsere Kids bewegten sich, nachdem wir einige Sicherheitsregeln besprochen hatten, allein auf dem Schiff. Abends haben wir an Deck unser mitgebrachten Sachen verspeist und gemütlich ein Bier getrunken. Den Abend verbrachten wir draußen im Heck des Schiffes, windgeschützt und den Sonnenuntergang bewundernt. Die Brücke der E 20 zwischen Nyborg und Korsoer (Dänemark – Schweden) konnten wir im Abendlicht sehen. Schließlich sind wir in die Kabine gegangen. Geschlafen haben wir alle mäßig. Billige Kabinen, das sind nicht die Allerbesten. So hatte es den Anschein, als ob wir zwischen dem Maschinenraum und der Hundepension untergekommen waren. Das Skagerak haben wir leider im Halbschlaf verpasst. Die Wellen dort kommen seitlich und lassen das Schiff trotz mäßigem Wind ein wenig rollen. Am Morgen haben wir uns auf dem Schiff ein Frühstück gegönnt. Das beste Buffet, was wir je gesehen und verspeist hatten. Danach konnten wir schon ein wenig von Norwegen kennen lernen. Man fährt einige Stunden durch den Oslofjord nach Oslo ein. Schroffe Felsbuckel, kleine Inselchen, viele bunte Hütten am Ufer, ganz viele kleine und noch kleinere Boote unter Motor oder mit Segeln.

Irgendwann sahen wir endlich Oslo, und im Hintergrund den Holmenkollen, den legendären Berg vor den Toren von Oslo. Hier stand die älteste Skisprungschanze der Welt. Der erste Skisprungwettkampf fand dort am 31. Januar 1892 statt. Der erzielte Schanzenrekord lag bei gut 21 Meter. Nachdem das Schiff fast endlos gebraucht hatte um anzulegen, stiegen wir ins Auto und verließen die Fähre. Es war Samstag Mittag und wir endlich in Norwegen.

Blick aus dem Auto

Das wichtigste für Autofahrer: Blitzer werden meist angekündigt, Strafen für zu schnelles Fahren sind saftig, es gilt 0 %0 Alkohol, man fährt immer mit Licht und max. 80 km/h auf der Landstraße.
Gesagt getan. Im gemütlichen Tempo, leider hatten wir keinen Tempomat, fuhren wir im Konvoy von zwei Fahrzeugen Richtung Norden. Erst durch Oslo, dann über die Landstraße immer weiter nach Norden. Mittelgebirge mit sanft, bewaldeten Bergen, ein wenig Landwirtschaft, rauschende Flüsschen. In Gol, einem größeren Ort auf unserem Wege sind wir dann erst mal in den Lidl gegangen – Preisvergleich mit „unseren“ Preisen und frische Sachen einkaufen. Die Preise lagen leicht höher als bei uns, aber durchaus erträglich. Schwindelerregend teuer war eigentlich nichts, nur Bier war deutlich teurer und Thunfisch aus der Dose. Dann fuhren wir weiter über Hemsedahl, einen kleinen touristischen Ort. Irgendwann in den ´80gern waren die Eltern von Michael dort und hatten einen tollen Urlaub verlebt. Aber wir fuhren weiter nach Norden. Über das Hemsedahl-Fjell. Ein Fjell ist ein nordischer Landschaftstyp. Eigentlich ist das Fjell eine Landschaft in den Bergen oder eine Hochfläche jenseits der Waldgrenze. Gräser, Seen, Pfützen, Moose, Flechten und meist Mücken! Eine verwunschene Landschaft, schön zum anschauen aber nicht immer zum aussteigen (aufgrund der Mücken). Und wir wollten ja auch weiterfahren. Nach Leardal. Hier setzten wir mit einer kleinen Fähre über den Fjord und fuhren weiter nach Sogndal und noch weiter diesmal am Fjord entlang. Dann wieder mit einer keinen Fähre und dann endlich in „unseren“ Fjord: Die Bauernschaft Vetlefjorden.
Endlich an Ziel. Schon von weitem erkannten wir das Haus aus dem Prospekt.

Blick aus dem Fenster

Unser Haus war sehr liebevoll ausgestattet. Direkt am Fjord gelegen, mit eigenem Bootsanleger samt zwei Motorbooten. Neben Terrasse und Liegewiese – sollte es auch mal warm werden – gab es noch einen Außenwaschplatz – vornehmlich für das Ausnehmen, Säubern und Filetieren von Fischen. Das Haus selbst hat zwei Stockwerke. Oben schliefen wir alle, je 2 Personen pro Zimmer und ein Ersatzzimmer. Die Schlafzimmer waren funktionell ausgestattet: Bett, Schrank, Lampe, fertig. Auf jeder Etage gab es ein Badezimmer: Jeweils eines pro Familie.
Im Erdgeschoss gab es ein Wohnzimmer zum Fernsehen und zum Spiele spielen, einen Kaminbereich, zwei Eßbereiche und die Küche. Sehr schön fanden wir alle ein riesiges Panoramafenster, durch das wir vom Eßbereich auf den Fjord blicken konnten.

Der Fang

Es ist müßig die Tage der Reihe nach zu beschreiben. Unsere Hauptaufgabe war das Erholen. So haben wir regelmäßig ausgiebig gefrühstückt. Anschließend sind die Männer zum Angeln gefahren – bei jedem Wetter. Tag für Tag. Am Anfang hatten wir nur wenig Hoffnung, dass wir tatsächlich selbst gefangenen Fisch essen konnten, am Ende des Urlaubs gab es eine „Fangquote“, damit „nix“ übrig bleiben musste. Es gab Hering, Dorsch, Leng, Scholle, Hai, Rotbarsch, … . Der Fisch wurde gefangen, ausgenommen, filetiert und verschwand dann kurz in der riesigen Kühl-Truhe, wo er dann warten musste, bis er knusprig gebraten mal als Edel-Fischpfanne in Weißwein-Sahnesauce mit Karpern, mal asiatisch-gewürzt, mit italienischen oder französischen Kräutern bestückt als Filet, im Ganzen oder als Steak aufgetischt wurde. Unser Kredo: jeden zweiten Tag Fisch für alle.
Die Männer entpuppten sich als Angel-Profis und holten Mengenweise Fisch an Land. Zunächst war es etwas gruselig, die Tiere zu töten und auszunehmen; aber man gewöhnte sich daran.

In dieser Zeit haben wir Frauen gelesen, gequatscht, gemalt, getöpfert und auch gesportelt.
Zwischendurch und abends haben einige dann im Fjord gebadet, am Lagerfeuer gegrillt, gespielt, fern gesehen, zusammen gekocht und gegessen. Sind spazieren gegangen und haben gelesen.

Fahrt mit dem Boot

Natürlich mussten wir auch von Zeit zu Zeit einkaufen gehen. Hierzu sind wir mit dem Boot zum Tante Emma-Laden – der Besitzer er heißt Ingar – gefahren und haben dies und das gekauft. Großeinkäufe haben wir in Belestrand und auch einmal in Förde getätigt.
Balestrand ist ein kleines, in die Jahre gekommenes Seebad. Ältere Hotels zeugen von einer prachtvollen Vergangenheit. Sonst gibt es noch einen Hafen, ein Meeresaquarium – das haben wir uns gespart – und Supermärkte. In Norwegen, dass muss man wissen, gibt es in den meisten Städte nicht so etwas wie eine Altstadt oder eine gemütliche Fußgängerzone mit schmucken Shops, Cafe´s oder Kneipen. In Förde, einer größeren Stadt, habe ich bei der Touristen-Information – dummerweise – nach der Altstadt gefragt. Die Dame hat recht sparsam geschaut und mich auf ein halb verfallenes Haus hingewiesen und auf zwei Einkaufszentren. Dass viele Städte in Norwegen keinen historischen Kern und keine nette Fußgängerzone besitzen, liegt am Alter und am Wetter. Die Städte in Norwegen sind keineswegs alle alt. Förde z.B. gibt es in den heutigen Ausmaßen noch gar nicht so lange, erst seit dem Ölboom in der Nordsee/im Nordatlantik ist das einstige Dorf (seit 1997 Stadtstatus). gewachsen und für norwegische Verhältnisse zu einer großen Stadt (knapp 12.000 EW) explodiert – leider ohne die gewisse historische Architektur und Gemütlichkeit. Die fehlende Gemütlichkeit liegt eindeutig auch am Wetter. Wer will schon im Winterhalbjahr in der Dunkelheit durch Einkaufsstraßen flanieren. Förde ist OK zum Einkaufen, ansonsten hat man nichts verpasst, kein muss für Norwegenurlauber.

Schafe auf Straße

Allerdings war der Weg dorthin sehr schön. Direkt von unserem Ferienhaus führt eine serpentinenreiche Straße entlang. In ca. 10 Minuten mit dem Auto erreicht man eine Höhe von rund 1.000 m. Von dort oben hat man einen traumhaften Blick ins Tal. Die Hochebene, das Fjell, ist sehr feucht. Viele Seen, Pfützen und mit der entsprechenden Vegetation findet man. Oben kann man wunderbar spazieren gehen oder auch kurze Wanderungen unternehmen. In geschützten Lagen haben wir seltene Pflanzenarten wie Sonnentau gefunden.

Nigardsbreen

An einem wetterbeständigen Tag sind wir zum größten Festlands-Gletscher Europas, zum Jostedalsbreen, gefahren. Die Fahrt war mit gut zwei Stunden pro Wegstrecke recht lang. Aber es hat sich gelohnt. Der Gletscher liegt nördlich des Sognfjords. Seine größten Ausmaße sind nach Wikipedia in Nord-Süd-Richtung ca. 100 km, in West-Ost-Richtung ca. 15 km. Damit erreicht er eine Fläche von ca. 487 km². Das Gletscherplateau liegt in Höhen zwischen 1600 und 1900 m. Das Eisschild ist bis ca. 500 m dick. Der Jostedalsbreen stammt nicht aus der letzten Eiszeit, sondern entstand in der kleinen Eiszeit zwischen 500 v Chr. und 1750 n Chr.

Gletscher

Den Gletscher selbst haben wir nicht gesehen, wir waren „nur“ an einer Gletscherzunge, dem Nigardsbreen. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch eine grandiose Landschaft und besuchten auch ein Gletschermuseum. Mit einem kleinen Boot setzten wir über den Gletschereisstausee und erreichten so die Gletscherzunge. Der Stausee ist entstanden, weil der Gletscher seine Gesteinsfracht beim Rückzug abgeladen und so den See aufstaut hat. Wir waren sehr beeindruckt: etliche Meter hohes blaues, weißes, glasklares Eis, soweit das Auge reichte. Über die Gletschergrundmoräne, mit großen und kleineren Felsen kletterten wir bis zur Zungenspitze, zum Eis. Dort oben war es trotz Sonnenschein richtig kalt. Ein eisiger, stetiger Wind streift den Gletscher hinab. Eine kleine geführte Wanderung mit Erläuterungen vertieften unser Wissen über Gletscher. Eine Besonderheit des Nigardsbreen ist, dass diese Gletscherzunge nach einer Rückzugszeit, im Gegensatz zu dem Trend der allgemeinen Klimaerwärmung und dem Gletschersterbens, ab den 1980er Jahren stabil ist und in manchen Jahren auch wieder leicht wächst. Erklärt wurde uns, dass die Niederschlagsmengen in manchen Jahren sehr hoch liegen. Möge es noch lange so bleiben, denn so ein Gletscher ist sehr beeindruckend und wahnsinnig schön.

Gletscher

Ganz in der Nähe zu unserem Hauses liegt Menes – „Nase“. Menes ist eine Ansammlung von wenigen Bauernhöfen und gleichzeitig eine Bergnase. Hier treffen sich zwei Seitenarme des Sognefjords: „Unser“ Fjord, der Vetlesfjord und der Fjärlandsfjord. Zu Fuß waren es von unserem Ferienhaus nur gute 5 km bis zum Ende der Straße, die wir auch regelmäßig gewalkt sind. Menes selbst war Ausgangspunkt einer schönen Wanderung. Durch einen lichten Wald ging es ca. 700 m im steilen Anstieg bergan.

Gletscher

Aber auch mit den Booten konnte man Menes gut angefahren. Einfach traumhaft. Zwischen Felsen haben wir die Boote festgemacht, sind den Hang etwas hinaufgeklettert und haben es uns oben gemütlich gemacht. Von dort hat man einen tollen Ausblick. Besonders bei Sonnenschein war es dort schön: Felsen, Steine, Gräser, lichter Wald. Von dort oben konnten wir sogar vorbeiziehende kleine Wale (Schweinswale) beobachten. Eines Tages allerdings beobachteten wir einen riesigen Tanker. Er kam in einer Zeitlupen-Geschwindigkeit auf unseren Fjord zu. Zunächst dachten wir, dass er sich verfahren hatte und vielleicht nur drehen wollte. Dann, nach ein paar Stunden wurden wir eines anderen belehrt: Er machte in unserem Fjord fest und blieb dort liegen. Von Ingar erfuhren wir, dass das Ankern in Fjorden nur wenig Geld – im Gegensatz zu Liegeplätzen an Häfen – kostet: Die Kosten sind mit den Landbesitzern frei verhandelbar. Zudem bietet der Fjord Schutz vor starken Winden. Unsere Vermutung, dass es sich um einen Tanker handelte, wurde bestätigt. Dieser Tanker war leer. Der Reeder wartete geduldig auf das Sinken des Rohölpreises. Das konnte schon mal, so Ingar, einige Monate dauern. Er fand es toll, denn er hatte den Exklusivvertrag die Mannschaft zu ernähren. Uns gefiel das nicht sonderlich.

Tanker

Aber bis auf dauerhaftes tiefes grollen einer Klimaanlage, einer gewissen Dauerbeleuchtung und natürlich die optische Störung, war das Schiff samt Besatzung jedoch kein Hindernis weiterhin einen erholsamen Urlaub zu verleben. Dies lag auch etwas am Wetter. Denn der Wettergott war zunächst in Norwegen nicht auf Hochsommer eingestellt. Wir unterschieden: dauerhaften Nieselregen, leichten Nieselregen, nebeligen Nieselregen, stärkeren Nieselregen und richtigen Regen. Bis auf wenige Tage war der gesamte Urlaub verregnet. Erst, als wir beschlossen nie wieder Norwegen zu besuchen, wurde das Wetter besser.
Nach 14 Tagen mussten wir unser Domizil verlassen. Leider. Man kann sich an ein „Lotterleben“ ganz schnell gewöhnen.

Stabskirche von Lom

Auf unserer Rückfahrt besuchten wir die berühmte Stabskirche von Lom. Das Bergdorf ist für seine alte Stabkirche sehr berühmt. Die Kirche ist stammt aus dem frühen 13. Jhd. Bei den Stabskirchen handelt es sich um Holzkonstruktionen. Bei diesem Exemplar ziert ein originaler Drachenkopf aus dem Mittelalter die Dachkonstruktion. Danach führen wir über Lillehammer auf der E 6 nach Oslo.
Zur Jugendherberge gibt es nicht viel positives zu sagen: Schmutzig, ungemütlich, ein nur mäßiges Frühstück. Zwei Nächte waren deutlich zu lang.
Unseren „freien“ Tag haben wir in Oslo verbracht. Oslo ist mit 550.000 EW recht überschaubar. Zunächst besichtigten wir das Freilichtmuseum mit zahlreichen hier aufgebauten historischen Gebäuden aus ganz Norwegen. Danach besichtigten wir Kon-Tiki. Mit der Kon-Tiki, einem Floß aus Balsaholz, ist der Norweger Thor Heyerdahl 1947 über den Pazifik gesegelt und hat damit bewiesen, dass Polynesien auch von Südamerika aus besiedelt hätte werden können.

Sonnenuntergang

Danach besuchten wir die City, diesmal mit Einkaufsstraße, Straßencafe´s und Fußgängerzone. Wir bummelten zum Schloss, zur Burg, zur Festung Akershus und verweilten im Frogner-Park, der für die riesigen Figuren des Gustav Vigeland bekannt ist. Besonders gefallen hat uns der Yachthafen.
Nach einer weiteren Nacht in der Jugendherberge freuten wir uns auf das Schiff. Dieses Mal fuhren wir mit der Color Fantasy. Ein richtiges Kreuzfahrtschiff, auf dem 2700 Passagiere Platz finden. Alles war ein wenig neuer, größer und moderner als auf der Ragnhild.

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